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Flags

In den Arbeiten aus der Werkgruppe der Flags erweitert der Künstler das Thema Schrift und Geschichte um die Andeutung von Landschaft und Horizont. Dient der Werkstoff Papier (immer noch) als Träger von Information, schreibt sich in den Flags nun zusätzlich der Code einer Landschaft ein. Das Zusammenspiel von Farbe, Licht und Schatten, von Struktur und Textur wird so zum Beleg von Ort und Zeit.

 

Flag 2 | 2015 | Papierguss, Pigmente | 70 x 80 cm


       
   

Cumuli

Jedes Aufhäufen, jedes Ablagern von Gegenständen hinterlässt einen Abdruck menschlichen Handelns. Der einzelne Gegenstand taucht, seiner ursprünglichen Funktion enthoben, in den Kontext eines neuen Erscheinungsbildes ein. Er wird zum Ergebnis eines Prozesses, bei dem sich Gegenwärtiges ablagert und zum Sediment von Geschichte wird. Die äußere Struktur ist Zeugnis dieser Umwandlung und gleichzeitig ihr Archiv.

 

Amas d´Apcher I | 2010 | Papierguss, Pigmente, Bienenwachs | 100 x 160 x 7 cm


       
   

Pigeonniers

André Schweers sucht auf seinen Reisen immer wieder intakte und verfallene Taubenschläge auf. Er ist fasziniert von ihrem Raumsystem, ihrer gleichförmigen formalen Ordnung und den Spuren ihrer eingeschriebenen Vergänglichkeit. Auch wenn die gegossenen und pigmentierten Tafeln der Pigeonniers an Taubenschläge, Bienenkörbe, Höhlensysteme oder Stadtmodelle erinnern, ist da zunächst einmal die einzelne Form des Bogens: Der Archetyp einer von Menschenhand erdachten plastischen Form von solider statischer Stabilität. Heute noch sichtbar findet er sich für uns bei archaischen Behausungen und Totenstätten, antiken Viadukten und Aquädukten und nicht zuletzt in altertümlichen Toren wieder.(…)

Michael Hering, 2004

 

Assier | 2007 | Papierguss, Pigmente, Paraffin | 63 x 52 x 3 cm


       
   

Scriptural

…allen Exponaten gemein ist die Andeutung horizontaler Linien, die die jeweiligen Flächen organisieren und gliedern. "Schrift" im eigentlichen Wortsinn ist nicht sichtbar, doch die Lineaturen, Aussparungen und Ausbrüche, die den Charakter von Zeilen besitzen, vermitteln die Vorstellung, die Idee von Schrift und Text.
Die Anordnung der Zeilen ist unterschiedlich und lässt Assoziationen alter Texte wie etwa mittelalterliche Handschriften mit breiten unbeschriebenen Rändern ebenso zu wie Gedanken an randlos linierte Blätter eines einfachen Schreibblocks.

André Schweers schafft in seinen Bildobjekten Erinnerungsräume der Schrift, fiktive Orte von Texten. Dabei sind seine Arbeiten zeitlos, sie sind retrospektiv, rekurrieren auf Gelesenes, Gewusstes, bzw. Geschehenes und sind appellativ zugleich, denn sie sind auch der Ort, das Modell potentieller neuer Texte.

Der künstlerische Papierguss verweist auf vorindustrielle Herstellungsverfahren, auf die Qualität des „Handgemachten" und visualisiert eindrücklich die Taktilität und vielgestaltige Sinnlichkeit des Materials Papier, das zart oder rau, an den Rändern unregelmäßig ausgefasert oder gerissen, als verletzliche dünne Haut oder sich selbstbewusst in den Raum wölbende Kraft vorgeführt wird.

Pia vom Dorp, 2005


 

Weißes Relief 13 | 2007 | Papierguss | 63 x 33 x 3 cm

 
       
   

Bibliotheca conservata

(…) in der "Bibliotheca conservata" schafft André Schweers Bildblöcke, die den Charakter von Schrifttafeln besitzen. Mittlerweile entstanden ist daraus eine Reihe von ca. sechzig Exponaten, die immer wieder zu neuen "geheimen" Bibliotheken in Ausstellungs-Präsentationen zusammengestellt werden. In diesem Kontext ist es für den Künstler unabdingbar notwendig, dass die Ausstellungssituationen, in denen er seine speziellen Bibliotheksszenarien installiert, einen eigenen Charakter von Intimität und Geschichtlichkeit in sich tragen. Die Bildblöcke der Serie „Bibliotheca conservata" entwickeln vor allen Dingen in ungewöhnlichen geschlossenen Raumeinheiten mit historischer Dimension ihren besonderen Charakter. Die "Schrifttafeln" der "Bibliotheca conservata" reihen sich wie ein unendliches Wissensarchiv aneinander, in dem Informationen aus unterschiedlichen Jahrhunderten in ein Zeit-Raum-Kontinuum versetzt zu sein scheinen, das die Qualität von Unzeitlichkeit gewinnt. Die Farbigkeiten der Bildblöcke ist sehr differenziert, wenngleich für jede einzelne Arbeit im Farbkanon homogen. Kostbare Pigmente, wie wir sie ja auch aus dem Mittelalter kennen, stehen hier auch für die symbolische Kraft von Farbigkeit wie das Blau, das stets für das Geistige in der Tradition der Kunstgeschichte eingetreten ist. (…)

Gabriele Uelsberg, 2003

 

Bibliotheca conservata | Ausstellungsansicht Gewölbekeller Kloster Kamp 2012


       
   

Archive

Kästen und Schuber dienen als Behältnisse dem Bewahren menschlicher Hinterlasenschaften. Sie sind als Erinnerungsspeicher von zentraler Bedeutung. Schweers setzt auch hier wieder Wachs und Paraffin ein um so auf den Aspekt des Konservierens hinzuweisen.

 

Box 13 | 2006 | Paraffin, Papierguss, Pigmente, Schachtel


       
   

Traces

Die Spuren, die Menschen in der Landschaft hinterlassen, haben eben auch etwas von Narben. Sie verweisen auf etwas Abwesendes, dennoch Dagewesenes: Furchen, Spalten, Wege, Spuren von Zivilisation.

 

Tour d'Esplantes | 2010 | Papierguss, Pigment | 45 x 40 x 7 cm


       
   

Florale

Die Oberflächen und die Farbigkeit stehen in Korrespondenz zur Zeichnung. Die Versiegelung der Oberfläche mit Paraffin hat sowohl malerische Qualitäten, verweist aber auch auf einen plastischen Prozess und den Aspekt der Konservierung, als Einlagerung von Formen in einem anderen Material. Dieser Aspekt ist mir wichtig als eine künstlerische Form der Geschichtsschreibung, als Sichtbarmachen von Geschichte.

 

 

St. Marguérite | 2006 | Paraffin, Papier, Pigment | 42 x 25 x 3 cm